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An Gymnasien: Vier neue Lehrer sind schon da

Sie hat Wort gehalten: Schulministerin Sommer hat noch im Herbst geantwortet und damit einen großen Protestmarsch der Stadtelternschaft Dortmunder Gymnasien - vorerst - verhindert. Ende September war Barbara Sommer in Dortmund, warb für das neue Schulgesetz und klopfte sich selbst für 4000 neue Lehrerstellen bis 2010 auf die Schulter. Das hatte Peter Grebe, Vorsitzender der Stadtpflegschaft Dortmunder Gymnasien, auf die Palme gebracht: 18 Stellen fehlen ganz aktuell an Dortmunder Gymnasien monierte er, und es sei keine Besserung in Sicht.

Barbara Sommer versprach, sich zu kümmern, und hielt Wort. Peter Grebe ist zufrieden, wenn auch skeptisch angesichts zahlreicher schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit.

Tatsache ist: Vier der 18 Stellen sind inzwischen besetzt. Ministerin Sommer hat außerdem versprochen, weitere Stellen durch einen "schulübergreifenden Lehrerausgleich durch zurückgehende Schülerzahlen an anderen Schulen" zu besetzen, also z. B. Realschullehrer an Gymnasien zu schicken.

Darüber hinaus, so die Ministerin, seien bisher alle Vertretungsanträge positiv beschieden worden. Im Laufe des Monats sei eine weitere Besserung der personellen Situation in Sicht, denn dann - so Barbara Sommer - könnten "examinierte Lehramtsanwärter in Anspruch genommen werden".

Angesichts dieser Entwicklung stoppte die Mitgliederversammlung die Pläne für kurzfristige Protestaktionen. Man habe Vertrauen in die aufzeigten Maßnahmen. Die organisatorischen Vorbereitungen für einen möglichen Sternmarsch im Frühjahr nächsten Jahres laufen weiter. Peter Grebe: "Wir sind skeptisch, weil wir in der Vergangenheit oft mit unseren Problemen nicht ernst genommen wurden, und wir auf Antworten manchmal Monate lang warten mussten". Falls die Maßnahmen nicht greifen, will man vorbereitet sein. Ende Dezember soll Barbara Sommer erneut berichten, so der Beschluss der Versammlung. Dann will man weiter sehen. - blf



Noch Riesenprobleme

Bernhard Recker, stellv. Fraktionschef der CDU im Landtag, nahm es "ganz offen" vorweg: "Es gibt bei der Umsetzung des neuen Schulgesetzes noch Riesenprobleme. Viele Fragen sind noch zu klären."

Um über diese zu sprechen, hatte die CDU-Ratsfraktion am Mittwoch Leiter von Grundschulen und Gymnasien sowie Eltern- und Schülervertreter zu ihrem Schulforum ins Rathaus geladen.

Vor rund 50 Zuhörern skizzierte Recker, selbst viele Jahre Lehrer an Grund- und Hauptschule, die Leitlinien des neuen Schulgesetzes, darunter mehr Freiheit und Verantwortung für die Schulen, mehr verlässlicher und guter Unterricht sowie mehr individuelle Förderung. Letzteres setzt bei der Sprachentwicklung an. Recker: "Wer nicht Deutsch kann, wird noch nicht eingeschult."

Wie berichtet, soll künftig bereits zwei Jahre vor der Einschulung verpflichtend getestet werden, auf welchem Sprachstand ein Kind ist, um mögliche Defizite gezielt bis zur Einschulung auszugleichen, vor der dann alle Schulanfänger noch einmal getestet werden.

"Wer soll das machen?", wollten Lehrer wissen, die an der Umsetzbarkeit der Sprachstandserhebung zweifelten. Und wie soll die Sprachförderung aussehen? Eine inhaltliche Studie werde bis Jahresende fertig sein, versprach Recker. Zurzeit seien 3000 Lehrer für Integration in NRW unterwegs, die für die Sprachstanderhebungen abkommandiert werden sollen. Zudem würden landesweit 900 zusätzliche Grundschullehrer für die individuelle Förderung eingesetzt.

Immer wieder wartete der Vize der CDU-Landtagsfraktion mit Zahlen auf: 4000 zusätzliche Lehrerstellen bis zum Ende der Legislaturperiode in NRW, davon 3100 im nächsten Jahr umgesetzt. Ziel sei eine Stellenreserve von 4 Prozent. Und wenn die Schülerzahlen bis 2012/2013 um fast ein Drittel zurückgehen, bleibe der "demographische Gewinn" in den Schulen, sprich NRW werde das gleiche Geld für weniger Schüler ausgeben.

Elternvertreter und Lehrer hörten es, doch die Realität sieht für sie (noch) anders aus. Was auf Landesebene passe, müsse nicht vor Ort stimmen. Noch immer falle Unterricht aus, wenn Lehrer krank würden. "Wir sind auf dem Weg", räumte Recker ein und bot an, konkrete Probleme vor Ort zu besprechen. - ko

Quelle: Ruhr Nachrichten vom 09. November 2006

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