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Manz' große Stunde: "Armut ist Stress pur!"

Soziales, Familie und Kinder standen gestern Nachmittag bei der nächsten OB-Kandidaten-Runde im Wichernhaus auf der Tagesordnung. Bei rund 100 000 Kindern, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, ein heißes Thema in Dortmund.

„Wer früh in Kinder investiert, spart später Geld”, war die These von Mario Krüger (Die Grünen) - und dem mochte im Prinzip niemand widersprechen. Die Stadt müsse mehr und mehr nachhelfen, wo Familie und Nachbarschaft versagen. Das gelte für die Jugendhilfe, für Kindergärten und Schulen - und die Beratungsangebote in den sozialen Brennpunkten.

Joachim Pohlmann (CDU/FDP) gab unumwunden zu, „bislang auf der Insel der Glückseligen gelebt” zu haben. Die Probleme der Nordstadt seien „unglaublich”. Die Stadt habe viel zu wenig in Schulen und Kindergärten investiert, so Pohlmann.

Erst viel später antwortete Krüger, dass die Stadt in den letzten fünf Jahren 240 Millionen in die Schulen gesteckt habe, ohne entsprechende Landes- und Bundesmittel erhalten zu haben. Ganz zu schweigen von der schlechten Landesausstattung der Kindergärten. Das CDU/FDP-geführte Land ziehe sich doch mehr und mehr aus der Finanzierung zurück.

Hartz IV macht krank

Mit einem Siegerstrahlen zählte Ullrich Sierau (SPD) auf, was Dortmund im Sozialen bereits alles geleistet habe: Familienprojekt, das Programm soziale Stadt - „Instrumente, die es in anderen Städten nicht gibt, ein 60 Millionen-Programm, das seinesgleichen sucht”.

Für einen Moment hätte man eine Stecknadel im Wichernhaus fallen hören können, als Helmut Manz (Die Linke) ausführte: „Armut ist Stress pur. Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, das macht krank.” Schuld ist, laut Manz, Hartz IV, dass sich die Zahl der Armen verdoppelt habe. Das Kindergeld auf Hartz IV anzurechnen, das wäre schon ein Riesenvorteil. „Ja!”, entfuhr es applaudierenden Zuhörern im Wichernhaus.

Quelle: WR vom 22.04.09

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