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Taranta Babu erneut Ziel von Vandalen

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Das Literaturcafe Taranta Babu an der Wilhelmstraße ist erneut Ziel von Vandalen geworden. Bislang Unbekannte warfen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wieder mal eine Schaufensterscheibe ein - der siebte Anschlag auf das Cafe , das in der Vergangenheit schon häufiger das Ziel rechter Übergriffe war.

Schmierereien an Hauswänden, zerborstene Scheiben, ein Buttersäureanschlag aufs Geschäft - Hasan Sahin ist inzwischen einiges gewohnt. "Ich bin ziemlich ratlos", sagt der 61-Jährige, der das Geschäft seit 30 Jahren betreibt. Seit 40 Jahren lebt der gebürtige Türke in Dortmund, und er ist auch nicht gewillt, seine Arbeit und seinen Anspruch ans Zusammenleben verschiedener Kulturen aufzugeben.

Fassadenfarbe steht griffbereit im Keller

Aber genervt ist er schon. "Ich bin zugegebenermaßen ratlos", sagt er. So ratlos, dass er um ein Gespräch mit Polizeipräsident Hans Schulze gebeten hat, um zu erörtern, was man machen könnte.

Es waren Übergriffe, die er natürlich angezeigt hat. "Aber das Einzige, was danach gekommen ist, waren die Mitteilungen, dass die Verfahren eingestellt worden sind", sagt er. Die Beamten tun, was sie können, "aber sie können ja schließlich nicht 24 Stunden hier vor der Tür stehen", meint er. Wenn man keine Täter hat, kann man keine festnehmen - dennoch ist er genervt.

Er geht noch nicht mal jedes Mal zur Polizei, wenn er Hakenkreuze und Sprüche an der Hauswand findet. Sahin hat die Fassadenfarbe griffbereit im Keller stehen, die Schmie-rereien sind schnell überstrichen. Und die Male, die er rechte Jugendliche provokativ grölend und mit Hitler-Gruß an seiner Bücherei vorbeiziehen sieht, die zählt er schon gar nicht mehr.

Er schätzt, dass der angeschlossene Verein "Taranta Babu" bereits 2800 Euro für die Beseitigung der Schäden aufbringen musste, "weil eine Versicherung für Vandalismusschäden nicht aufkommt".

Hasan Sahin wünscht sich eines: Dass Dortmund das Problem mit den Neonazis ernst nimmt, und dass nicht immer die Gleichen den Alltag der Stadt von der Rechtsabbiegerspur aus bestimmen. "Ich muss mich nicht schützen, die Bürger Dortmunds müssen sich schützen", meint er.

Quelle: WR vom 06.03.09

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