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Dortmund steht geschlossen gegen Neonazis

WR am 2.5.: Etwa 1000 Besucher auf dem Platz der Alten Synagoge vor dem Stadttheater, 400 beim Bürgerbündnis "Bunt statt Braun" in Brackel, rund 2000 beim "Bündnis 28.03." und 4000 bei der Maikundgebung im Westfalenpark stellten sich gestern den 1000 Neonazis entgegen, die die Stadt ebenfalls zu einem zentralen Veranstaltungsort auserkoren hatten.

Und so geriet der Tag der Arbeit zu einem Tag der Arbeit gegen Rechts. Der DGB-Bundesvorsitzende Michael Sommer und der DGB-Vorsitzende Östliches Ruhrgebiet, Eberhard Weber, sprachen sich sehr deutlich für ein Verbot der NPD aus. Es sei unerträglich, in zwei Landtagen rechtsradikale Parteien zu wissen, unterstützt von öffentlichen Geldern. OB Langemeyer forderte den Ausbau der Demokratie, um das Miteinander zu schützen.

Charlotte Muche von den Falken erinnerte an den Widerstand der Edelweißpiraten im Dritten Reich, an ihren Mut. Auch sie brauche keine Führerfiguren: "Ich kann nämlich selber denken."

"Jungen Menschen Werte vermitteln"

Der Bezirksvorsteher Brackel, Karl-Heinz Czierpka, beklagte, dass die Rechten den Gewerkschaften den Tag der Arbeit gewissermaßen gestohlen hätten. Aber: "Der 1. Mai war immer unser Tag, und er wird immer unser Tag bleiben." "Es kommt darauf an, den jungen Menschen mehr Perspektiven und Werte zu vermitteln", rief Propst Andreas Coersmeier. Seit acht Jahren müsse man sich solche Zumutungen wie Nazi-Aufmärsche gefallen lassen, schimpfte Superintendent Hartmut Anders-Höpken. Es werde Zeit, dass "die Instrumente des Rechtsstaates geschärft werden".

Im Westfalenpark kam Regina Görner (IG Metall) zum eigentlichen Anlass der Kundgebung: "Du hast mehr verdient" lautete dort das Motto. "Kapital, Kapital und nochmal Kapital" stünde derzeit im Vordergrund. Dabei vergesse man, dass Arbeit die Werte schaffe. Und wer arbeite habe das Recht auf ordentliche Rahmenbedingungen. Der Tod für eine solche Entwicklung aber seien "willfährige Belegschaften, die ihre Rechte nicht wahrnehmen".

Die richtige Antwort auf die Provokation

"Wir müssen den Mantel der Gleichgültigkeit zerreißen", zitierte Udo Dammer die Widerstandskämpferin Sophie Scholl und erntete dafür starken Beifall von mehreren hundert Demonstranten, die am Nachmittag auf den Kirchplatz am Brackeler Hellweg gekommen waren.

Der Bezirksvorsteher des Bezirkes Innenstadt-Ost, war einer der Redner, des Aktionsbündnisses "Bunt statt Braun", das seit mehreren Wochen den Protest gegen den Aufmarsch der Neonazis vorbereitet hatte. Dammer machte deutlich, dass das demokratische Dortmund die richtige Antwort auf die rechte Provokation gefunden hat. Das Bürgerbündnis hatte im Vorfeld eine Plakataktion gestartet, Handzettel waren verteilt worden.

Dammer begrüßte das Engagement zahlreicher Jugendorganisationen, die die Plakatwände entlang des Körner und Wambeler Hellwegs mit ihren Protestbotschaften gestaltet hatten.

Unter dem Beifall der Demonstranten äußerte der Bezirksvorsteher sein Unverständnis über die jüngsten Urteile zum NPD-Verbot und den Aufmärschen rechter Gruppierungen.

Adem Sönmez stellte sein Grußwort unter das Tema "Gemeinsam in Vielfalt in Dortmund zu Hause". Der Vorsitzende des Ausländerbeirats erinnerte damit an die Ziele der Integration, die im Masterplan der Stadt zusammengefasst sind. Friedrich Stiller vom Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus informierte die Anwesenden vor Beginn des Gottesdienstes über die aktuellen Vorgänge im Umfeld des Neonaziaufmarsches. Er forderte Unterstützung durch die Politik.

Mehrere 100 Teilnehmer zählte das Bündnis gegen Rechts, die VVN und eine Gruppe Gewerkschafter bei den Mahnwachen zu den Brackeler "Stolpersteinen". -  Von Frank Schwertfechter und Dirk Berger

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